Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Ihr Tier trotz guter Fütterung und unauffälliger Blutwerte nicht richtig fit wird?
Mitochondriale Dysfunktionen beim Tier
Vielleicht wirkt Ihr Hund ständig müde, Ihr Pferd baut keine Muskulatur auf, Ihre Katze schläft ungewöhnlich viel oder Ihr Tier scheint sich von Belastungen nur langsam zu erholen. Manche Tiere zeigen diffuse Beschwerden, die sich nicht eindeutig einer Erkrankung zuordnen lassen: Leistungsschwäche, Verdauungsprobleme, Allergien, chronische Entzündungen oder immer wiederkehrende Infekte.
Ein möglicher Grund dafür kann tief in den Zellen verborgen liegen – in den Mitochondrien.
Mitochondrien werden oft als „Kraftwerke der Zellen“ bezeichnet. Sie produzieren den größten Teil der Energie, die jede Körperzelle benötigt. Funktionieren diese winzigen Energielieferanten nicht optimal, kann dies Auswirkungen auf nahezu jedes Organ und jedes Gewebe haben. Da besonders energiehungrige Organe wie Gehirn, Muskulatur, Herz, Leber und Immunsystem betroffen sind, können die Symptome sehr unterschiedlich ausfallen.
Mitochondriale Dysfunktionen werden heute zunehmend als möglicher Mitverursacher vieler chronischer Erkrankungen betrachtet – sowohl beim Menschen als auch bei unseren Tieren.
Mögliche Symptome einer mitochondrialen Dysfunktion bei Tieren:
- Chronische Müdigkeit und Erschöpfung
• Verminderte Belastbarkeit
• Leistungsschwäche im Training
• Schnelle Ermüdung bei Spaziergängen oder Ausritten
• Schlechte Regeneration nach Belastung
• Muskelschwäche
• Muskelabbau trotz ausreichender Fütterung
• Muskelverspannungen
• Zittern oder Schwanken
• Bewegungsunlust
• Koordinationsstörungen
• Unsicherer Gang
• Neurologische Auffälligkeiten
• Konzentrationsprobleme beim Training
• Verhaltensveränderungen
• Reizbarkeit oder Nervosität
• Ängstlichkeit
• Schlafstörungen oder übermäßiges Schlafbedürfnis
• Chronische Schmerzen
• Wiederkehrende Lahmheiten ohne klare Ursache
• Arthrosebeschwerden mit ungewöhnlich starker Ausprägung
• Verzögerte Wundheilung
• Häufige Infekte
• Schwaches Immunsystem
• Wiederkehrende Atemwegsinfekte
• Chronische Entzündungen
• Allergien und Unverträglichkeiten
• Hautprobleme
• Juckreiz
• Chronische Magen-Darm-Beschwerden
• Durchfälle oder Kotwasser
• Blähungen
• Resorptionsstörungen
• Appetitlosigkeit
• Gewichtsverlust trotz ausreichender Fütterung
• Stoffwechselstörungen
• Insulinresistenz
• EMS beim Pferd
• Chronische Leberbelastungen
• Hormonelle Dysbalancen
• Fruchtbarkeitsstörungen
• Herz-Kreislauf-Probleme
• Herzschwäche
• Herzrhythmusstörungen
• Erhöhte Stressanfälligkeit
• Schlechte Anpassung an Umweltveränderungen
• Alterserscheinungen, die ungewöhnlich früh auftreten
Besonders häufig findet man mitochondriale Belastungen bei:
- chronischen Entzündungen
• Allergien und MCAS-ähnlichen Prozessen
• Autoimmunerkrankungen
• Borreliose und anderen chronischen Infektionen
• Cushing-Syndrom
• EMS
• chronischen Darmerkrankungen
• degenerativen Gelenkerkrankungen
• neurologischen Erkrankungen
• Tumorerkrankungen
• älteren Tieren
Wissenschaftlicher Hinweis
Die Bedeutung der Mitochondrien für Energiegewinnung, Zellstoffwechsel, Immunfunktion, Alterungsprozesse und die Entstehung chronischer Erkrankungen ist heute wissenschaftlich gut belegt. Sowohl in der Humanmedizin als auch in der Veterinärmedizin wächst die Zahl der Studien, die Zusammenhänge zwischen mitochondrialen Funktionsstörungen, oxidativem Stress, Entzündungsprozessen und chronischen Erkrankungen beschreiben.
Während einige primäre mitochondriale Erkrankungen genetisch eindeutig nachweisbar sind, werden sekundäre mitochondriale Dysfunktionen derzeit intensiv erforscht. Viele Zusammenhänge zwischen mitochondrialer Gesundheit und chronischen Beschwerden bei Tieren beruhen auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Humanmedizin, veterinärmedizinischen Studien sowie praktischen Beobachtungen aus der ganzheitlichen Tiermedizin.
Die in diesem Artikel beschriebenen möglichen Zusammenhänge stellen daher keine Diagnose oder Heilungsaussage dar. Sie sollen Tierhaltern und Therapeuten einen Einblick in ein spannendes Forschungsgebiet geben, das in den kommenden Jahren vermutlich weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Quellen: