Shivering beim Pferd – epigenetisch verstehen & ganzheitlich behandeln
Was ist Shivering?
Shivering ist eine neuro-muskuläre Bewegungsstörung, die besonders beim Rückwärtsrichten oder Anheben der Hinterbeine auffällt. Typisch sind Zittern, ruckartige Bewegungen und manchmal das Hochziehen der Schweifrübe. Die Symptome beginnen oft schleichend und können sich über Jahre verstärken.
Epigenetischer Blickwinkel – Gene sind kein Schicksal
Früher galt Shivering als rein genetisch bedingt, heute wissen wir:
Ob und wie stark sich Symptome zeigen, hängt auch von der Genregulation ab.
Betroffene Genbereiche:
- Gene für Motorneuronen-Funktion (Steuerung der Muskulatur)
- Gene für Myelinisierung (Isolierung der Nervenfasern)
- Gene, die an der Mitochondrien-Energieproduktion beteiligt sind
Epigenetische Einflüsse:
- Ernährung (z. B. antioxidative Versorgung)
- Belastungs- und Trainingsmuster
- Stress & Haltung
- Giftstoffbelastung (Schwermetalle, Mykotoxine)
Das bedeutet:
Auch wenn eine genetische Veranlagung besteht, können wir mit gezielten, positiven Umweltreizen die Aktivität bestimmter Gene fördern und andere dämpfen.
Beispiele ganzheitlicher Unterstützung aus der Naturheilkunde
Homöopathie
- Causticum – bei Muskelschwäche und Zittern
- Hypericum – Nervenverletzungen, Neuralgien
- Nux vomica – Stress- und verspannungsbedingte Symptomverstärkung
- Zincum metallicum – nervöse Zuckungen, unruhige Muskulatur
- Phytotherapie
- Ginkgo biloba – verbessert Mikrozirkulation und Nervenversorgung
- Brennnessel & Mariendistel – entlasten Leber & Stoffwechsel
- Teufelskralle – lindert Muskel- und Gelenkbeschwerden
- Ashwagandha – adaptogen, reduziert Stressbelastung
- Ernährung & Supplemente
- Magnesium & Vitamin E – Muskelentspannung, Nervenfunktion
- Omega-3-Fettsäuren (Leinöl, Hanföl) – entzündungshemmend
- Antioxidantien (Hagebutten, Traubenkernextrakt, Vitamin C) – Schutz vor oxidativem Stress
- B-Vitamine (B1, B6, B12) – Nervenstoffwechsel
- Bewegungsübungen
- Gezieltes Muskeltraining: Stärkung der Hinterhand, ohne Überlastung
- Sanfte Dehnübungen: Verbesserung der Beweglichkeit
- Freie Bewegung: Weidegang reduziert Stress und hält den Stoffwechsel aktiv
- Akupunktur & Akupressur
Ziele:
- Harmonisierung des Energieflusses (Qi)
- Entlastung der Nerven
- Förderung von Muskulatur und Koordination
Mögliche Punkte:
- BL 23 (Shenshu) – Nieren stärken, Rückenenergie
- BL 25 (Dachangshu) – Hinterhandbeweglichkeit
- GB 30 (Huantiao) – Hüft- & Oberschenkelmuskulatur
- ST 36 (Zusanli) – Qi-Stärkung, Muskelkraft
- GV 14 (Dazhui) – zentrale Energieharmonisierung
- Bai Hui (Punkt zwischen Kreuz- und Beckenknochen) – Koordination & Hinterhandkontrolle
Akupressur dieser Punkte kann auch vom Besitzer durchgeführt werden, um die Therapie zu unterstützen.
Fazit
Shivering ist nicht heilbar, aber durch einen epigenetisch inspirierten, ganzheitlichen Therapieplan lässt sich der Verlauf positiv beeinflussen. Mit einer Kombination aus Naturheilkunde, angepasster Ernährung, gezielter Bewegung und Akupunktur kann das Pferd lange aktiv bleiben.
Und wenn du auch zu den TOP ausgebildeten Therapeuten gehören willst, dann freuen wir uns dich bei uns im Team willkommen zu heißen.