Hufrehe beim Pferd – was tun?
Eine ganzheitliche Betrachtung und Behandlungsstrategie
Hufrehe – für viele Pferdebesitzer ein Schreckenswort. Schmerzen, Entzündungen, Bewegungseinschränkung, ja sogar dauerhafte Schäden sind mögliche Folgen.
Doch was genau passiert da eigentlich – und wie kann man einem betroffenen Pferd helfen?
In unseren Ausbildungen – ob zur Tierheilpraktikerin, zur Tierphysiotherapeutin, Osteopathin oder Ernährungsberaterin – vermitteln wir eine ganzheitliche Sichtweise. Denn nur, wenn wir den gesamten Organismus und alle Einflussfaktoren berücksichtigen, können wir dem Tier wirklich helfen.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie ganzheitliche Therapieansätze bei Hufrehe ineinandergreifen – und wie du daraus ein schlüssiges Therapiekonzept entwickeln kannst.
🔍 Was passiert bei Hufrehe genau?
Hufrehe ist eine Entzündung der Huflederhaut, also jener Gewebeschicht, die das Hufbein mit der Hornkapsel verbindet. Wird diese Verbindung durch Entzündung geschwächt, kann es zu einer Rotation oder einem Absinken des Hufbeins kommen.
Die Ursachen sind vielfältig: Überfütterung, Stoffwechselentgleisung (z. B. EMS, Cushing), Stress, Medikamente oder Überlastung.
🌿 Ganzheitliche Therapieansätze – was ist möglich?
- Ernährungstherapie
Die Grundlage jeder Rehebehandlung. Ziel ist es, den Stoffwechsel zu entlasten, Entzündungen zu reduzieren und die Hufqualität zu verbessern.
➡️ Zuckerarme, rohfaserreiche Fütterung
➡️ Heuanalyse, kein Kraftfutter
➡️ Leber- und Darmsanierung
➡️ Ergänzungen wie Magnesium, Zink, Biotin, Omega-3-Fettsäuren
→ Themenbereich: Ernährungsberater für Pferde(Kurs folgt in Kürze)
- Homöopathie
Homöopathische Mittel können den Verlauf sanft unterstützen und auf tieferer Ebene regulierend eingreifen.
➡️ Apis bei akuter Entzündung
➡️ Belladonna bei plötzlicher Schmerzhaftigkeit
➡️ Aconitum bei Schock/Angstzustand
➡️ Nux vomica zur Darmregulation bei Futterrehe
➡️ Konstitutionsmittel im chronischen Stadium
→ Themenbereich: Homöopathie-Ausbildung
- Phytotherapie
Pflanzenkraft zur Unterstützung von Leber, Durchblutung, Entgiftung:
➡️ Mariendistel, Löwenzahn, Artischocke (Leber)
➡️ Ginkgo, Weißdorn, Rosskastanie (Durchblutung)
➡️ Brennnessel, Birke, Goldrute (Ausleitung)
→ Themenbereich: Phytotherapie / Kräutertherapie Kurs Tierheilpraktiker
- Schüßler-Salze
Gezielte biochemische Unterstützung:
➡️ Nr. 1 Calcium fluoratum – Horn- und Bindegewebsaufbau
➡️ Nr. 3 Ferrum phosphoricum – Entzündung
➡️ Nr. 6 Kalium sulfuricum – Stoffwechsel, Ausleitung
➡️ Nr. 11 Silicea – Hufqualität
→ Themenbereich: Schüßler-Salze für Tiere, Tierheilpraktiker
- Ausleitungsverfahren
Hufrehe ist immer auch ein Ausdruck innerer Überlastung.
➡️ Blutegeltherapie zur Entlastung, Schmerzlinderung, Entzündungshemmung
➡️ Mikroaderlass zur Regulation
➡️ Baunscheidtieren bei chronischer Rehe
→ Themenbereich: Klassische Ausleitungsverfahren; Tierheilpraktiker, Minikurs Ausleitung und Entgiftung
- Physiotherapie & Osteopathie
Insbesondere im chronischen Stadium kann die Biomechanik stark beeinträchtigt sein.
➡️ Mobilisation angrenzender Gelenke (Karpus, Fesselgelenk)
➡️ Faszienarbeit zur Entlastung der Zehenstrecker
➡️ Narbenbehandlung, falls vorhanden
➡️ Hufkorrekturbegleitung osteopathisch unterstützen
→ Themenbereich: Tierphysiotherapie & Osteopathie
- Akupunktur / TCM
Auch die Traditionelle Chinesische Medizin bietet wertvolle Impulse:
➡️ Meridiane Leber, Milz-Pankreas, Niere oft betroffen
➡️ Punkte wie Le3, Ni3, Ma36 zur Regulierung
➡️ Wärmeanwendung bei Kältezeichen, Entzugsverfahren bei Fülle
→ Themenbereich: Akupunktur / TCM Kurs Tierheilpraktiker
💡 Fazit: Jede Rehe ist individuell – aber nie nur lokal
Die Hufrehe betrifft nicht nur den Huf – sie ist ein Spiegel für systemische Prozesse.
Deshalb ist es so wichtig, ganzheitlich zu denken und zu arbeiten. Genau das lernen unsere Schüler*innen in den verschiedenen Modulen der Ausbildungen.
Denn: Wer Rehe ganzheitlich versteht, kann nicht nur Symptome lindern, sondern echte Heilungsimpulse setzen – und das Pferd wieder in Balance bringen.